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19 Oktober 2009

Was wusste Europa über Ruanda? (Montag, 19.10.2009)

Quelle: n-tv.de (n-tv- Link)

Montag, 19. Oktober 2009
Massaker im Kongo per SMS-Befehl
Morde aus Deutschland gesteuert

Der Genozid in Ruanda
Grausame Massaker der Hutu-Miliz FDLR im Ost-Kongo sind offenbar von Deutschland aus organisiert worden.

Wie die ARD berichtet, lenkt der von Ruanda als Kriegsverbrecher gesuchte und in Mannheim lebende Ignace Murwanashyaka als Präsident der FDLR seine Truppen vor Ort über ein Satellitentelefon. Es habe Befehle von Murwanashyaka an seinen Armeechef gegeben, die Bevölkerung zu bestrafen und eine humanitäre Katastrophe zu verursachen, sagte laut ARD ein hochrangiger Mitarbeiter der Vereinten Nationen, der aus Angst vor den Hutu-Kämpfern anonym bleiben will.

Die UN könnten intensive Telefonkontakte rund um ein Massaker an mindestens 96 Zivilisten im Mai 2009 nachweisen. Wenige Stunden zuvor habe der Rebellenführer eine letzte SMS aus Deutschland an seine Militärführung im Ost-Kongo geschickt. Er habe seinen Kommandanten vor Ort mitgeteilt, sie sollten ruhig ihre gesamten Munitionsvorräte aufbrauchen, denn sie könnten jederzeit Nachschub bekommen, sagte Dinesh Mahtani, Kongo-Experte der Vereinten Nationen, in dem Interview.

Murwanashyaka wird seit Jahren von Interpol wegen schwerer Kriegsverbrechen gesucht. Viele Mitglieder der FDLR waren 1994 am Völkermord an rund 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu in Ruanda beteiligt. Die Bundesanwaltschaft wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.
(dpa)

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05 Oktober 2009

Der Papst zur Ausbeutung Afrikas (Sonntag, 04.10.2009)

Quelle: n-tv.de (n-tv- Link)

Sonntag, 04. Oktober 2009
"Geistiger Giftmüll" nach Afrika
Papst geißelt Kolonialismus

Mit scharfen Tönen kritisiert Papst Benedikt XVI. die Afrika-Politik des Westens. Nach wie vor herrsche eine Form von Kolonialismus, die Reichtümer Afrikas würden geplündert, "geistiger Giftmüll" dorthin exportiert.

Der Kolonialismus sei zwar politisch Vergangenheit, "ansonsten aber nie ganz beendet worden", so Benedikt in Rom. Wenn von den Schätzen Afrikas die Rede sei, werde sofort an die Ressourcen dieses Kontinents gedacht, was leider weiterhin zu Ausbeutung, Konflikten und Korruption führe.

Afrika verfüge aber über einen anderen Reichtum, der kultureller und spiritueller Natur sei, und diesen brauche die Menschheit noch mehr als die Bodenschätze dort, mahnte das Kirchenoberhaupt. Bedroht werde diese "spirituelle Lunge" Afrika jedoch neben der Ausbeutung auch von einem religiösen Fundamentalismus, der sich vermenge mit politischen und wirtschaftlichen Interessen, kritisierte Benedikt.

Bei seiner Afrika-Reise im März hatte der Papst bereits ein Arbeitspapier für die Synode veröffentlicht, das als Grundlage der Beratungen zum Thema "Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden" dienen soll. 1994 hatte der damalige Papst Johannes Paul II. erstmals zu einer Afrika-Synode eingeladen.

"Beunruhigung" über Guinea

Benedikt XVI. äußerte sich in seiner Predigt auch zu der gewaltsamen Auflösung einer Oppositionskundgebung in Guinea, bei der Ende September nach UN-Angaben mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen waren. Er habe die Ereignisse "mit Beunruhigung" verfolgt, sagte der Papst. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und rief die Konfliktparteien zum Dialog auf.

Knapp 250 Teilnehmer, darunter 197 afrikanische Bischöfe, beraten auf der Synode über die Zukunft ihres Kontinents. Eröffnet wurde sie mit einem Festgottesdienst im Petersdom.

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